Katzen und Hundewelpen online kaufen?

Illegaler Welpenhandel-Hobbyzüchter im Großraum München

Neben Kleidung, Lebensmitteln oder Deko können mittlerweile auch Tiere ganz bequem online gekauft werden. Auf Portalen wie Snautz, Quoka oder Meine Tierwelt werden deutschlandweit hunderte Hunde und Katzen zum Verkauf angeboten. Besonders in München und Umgebung beobachten wir jedoch eine erschreckende Zunahme sogenannter „Hobbyzüchter“ ein Begriff, hinter dem sich häufig unseriöse oder sogar illegale Praktiken verbergen.

Viele der Katzen und Hunde, die bei uns abgegeben werden, stammen ursprünglich aus genau solchen Online-Portalen. Die Tiere werden oft viel zu jung von ihren Muttertieren getrennt, haben keinen Tierarzt gesehen, sind verfloht, verwurmt, krank oder das Ergebnis von Inzucht und weisen Erkrankungen wie Herzfehler, Behinderungen und Epilepsie auf. Auf diesen Plattformen ist es für illegale Welpenhändler und unseriöse Züchter besonders leicht, ihre Identität sowie die schlechten Haltungsbedingungen zu verschleiern.

Versteckte Qual hinter schönen Fotos

Die Tiere werden nicht selten in Scheunen oder Kellern gehalten. Die Elterntiere befinden sich meist in einem schlechten gesundheitlichen Zustand, sind verängstigt und ausgelaugt. Ein besonders trauriges Beispiel sind unsere Katzen Ylwie und Lia: Zwei ehemalige Zuchtkatzen, die im Alter von nur zwei und drei Jahren abgegeben wurden. Eine Kollegin holte sie ab, beide waren viel zu dünn, extrem schreckhaft und traumatisiert. Wir möchten uns kaum vorstellen, was sie bereits in so jungen Jahren erleben mussten.

Unser Test: Wie gut schützen die Portale wirklich?

Die Methoden illegaler Händler sind seit Langem bekannt, ebenso die typischen Merkmale unseriöser Anzeigen. Auf den genannten Portalen finden sich sogar Hinweise, wie man dubiose Angebote erkennen kann, sowie die Versicherung, man setze sich aktiv gegen illegalen Welpenhandel ein.

Doch stimmt das wirklich?

Um das herauszufinden, haben wir einen Selbstversuch gestartet: Auf allen drei Portalen schalteten wir Anzeigen für Babykatzen. Gestaltung und Wortwahl orientierten sich bewusst stark an bekannten Anzeigen illegaler Händler.

Das Ergebnis war ernüchternd:

  • Auf keinem der Portale war es problematisch, die Anzeigen zu veröffentlichen.
  • Bei zweien der Plattformen erfolgte nicht einmal eine Identitätsprüfung.
  • Die Anzeigen blieben mehrere Wochen online.
  • Es meldeten sich Interessent:innen, die wir im Anschluss über unsere Aktion aufklärten.

Keine Gesetze, kein Schutz

Im Nachgang wandten wir uns an die Portale und baten um Stellungnahme. Wir wollten wissen, warum es trotz angeblicher Prüfmechanismen so einfach war, unseriöse Anzeigen zu veröffentlichen. Zwar lobten alle Plattformen unseren Einsatz gegen illegalen Tierhandel und gelobten Besserung, doch die Erklärungen waren ausweichend und die tatsächliche Umsetzung strengerer Kontrollen bleibt fraglich.

Hinzu kommt: Auch die Welpenhändler entwickeln sich weiter. Mithilfe von KI werden Anzeigen immer professioneller gestaltet und sind dadurch zunehmend schwerer von seriösen Angeboten zu unterscheiden.

Keine Tiere aus Online-Portalen

Ein zentraler Punkt darf dabei nicht vergessen werden: Die Nachfrage bestimmt den Markt. Solange Tiere über solche Portale gekauft werden, wird dieses System weiterbestehen. Jeder Kauf – auch aus Mitleid – unterstützt und finanziert das Leid der Tiere.

Viele Käufer:innen handeln in der Annahme, sie würden ein einzelnes Tier „retten“. Tatsächlich wird durch den Kauf jedoch Platz für das nächste Tier geschaffen, das unter denselben grausamen Bedingungen nachproduziert wird. Besonders die Elterntiere zahlen einen hohen Preis: Sie werden häufig nicht einmal regelmäßig gefüttert, dauerhaft fixiert oder eingesperrt, sodass sie sich kaum bewegen, nicht einmal umdrehen und den ständig säugenden, hungrigen Welpen nicht entkommen können. Dieses Leid geschieht systematisch, um möglichst viele Jungtiere zu produzieren.

Der sicherste und verantwortungsvollste Weg, Tierleid nicht zu fördern, ist daher klar: Keine Tiere aus Online-Portalen kaufen. Wer einem Tier helfen möchte, sollte sich an ein Tierheim oder einen seriösen Tierschutzverein wenden.

Illegaler Welpenhandel-Hundekind-min

Woran erkennt man unseriöse Anzeigen?

Sollte man dennoch auf ein entsprechendes Portal stoßen, können folgende Merkmale auf illegale Tierhändler hinweisen:

  • Kein genaues Geburtsdatum oder Altersangabe
  • Tiere werden bereits im Alter von 2–3 Wochen angeboten
  • Forderung einer Reservierungsgebühr
  • Bezahlung ausschließlich bar
  • Tiere sind zu jung für die Abgabe
  • Preis entspricht nicht dem üblichen Preis der angegebenen Rasse
  • Bei Hundewelpen blauer EU-Heimtierausweis (Hinweis auf Geburt im Ausland) oder gar kein Pass
  • Nur ein bis zwei Fotos, ohne Muttertier, oft gestellt und ohne erkennbare Umgebung
  • Viele Rechtschreib- und Satzbaufehler
  • Unterschiedliche Namen im Profil und in der Anzeige oder mehrere Accounts
  • Kontakt ausschließlich über WhatsApp
  • Identische Texte oder Titel in mehreren Anzeigen
  • Beim Kennenlernen werden die Tiere aus Keller, eingesperrt in viel zu kleinen Zimmern ohne Beschäftigungsmöglichkeit oder gar aus Scheunen geholt, sie wirken ängstlich und scheu

Wer solche Anzeichen erkennt, sollte Abstand nehmen und das Angebot melden. Nur so können wir gemeinsam dazu beitragen, Tierleid zu verhindern.

Nur wenn wir aufhören, Tierleid zu finanzieren, kann es aufhören zu existieren.

Bitte helfen Sie uns, Leben zu retten!
Nur mit Ihrer Unterstützung können wir Tieren helfen, sie aufnehmen, versorgen und tierärztlich behandeln.

Jede Spende zählt – gemeinsam können wir viel bewirken!

Spendenkonto:

IBAN: DE62 7005 2060 0022 1272 6

BIC: BYLADWA1LLD

Herzlichen Dank im Namen aller Tiere!