Nala & Flocke
Happy Adopt Story
Hallöchen an alle da draußen!
Wir sind Nala und Flocke – zwei kleine Katzen mit Ataxie und ganz viel Herz.
Bevor wir zu unserem Für-immer-Zuhause gekommen sind, waren wir Teil der Tierhilfe Fünfseenland e.V. Sophie und ihr Team haben uns aus Spanien nach München geholt, damit es uns dort besser gehen kann. Mit unserem wackeligen Start ins Leben hätten wir dort vermutlich keine großen Überlebenschancen gehabt. In München bei Sophie angekommen, hat sie sich mit ihrer liebevollen Art und ihrem großen Herzen ganz wunderbar um uns gekümmert. Man hat sofort gemerkt, dass sie nicht nur hilft, sondern wirklich mitfühlt und engagiert ist. Seit März 2022 gehören wir nun fest zu unserer Für-immer-Familie. Sophie stand uns jederzeit mit Rat und Tat zur Seite, war immer erreichbar und hat uns auf unserem Weg begleitet. Dafür sind wir unendlich dankbar.
Als wir in unserem neuen Zuhause ankamen, waren wir die ersten vier Wochen noch sehr, sehr schüchtern. Wir saßen beide erst einmal unter dem Sofa und haben die Welt von dort aus beobachtet. Alles war neu, alles war gruselig. Aber mit viel Geduld, Ruhe und liebevollem Spielen wurde es langsam besser. Wir waren definitiv keine Katzen für Anfänger oder für eine Familie mit Kindern und haben viel Zeit gebraucht, um Vertrauen zu fassen.
So richtig aufgetaut sind wir dann durch das Clickertraining. Das macht uns beiden bis heute riesigen Spaß. Sobald wir die Leckerli-Dose hören, kommen wir angerannt, mauzen los und sind hochkonzentriert dabei. Wir lieben diese gemeinsamen Momente sehr. Das Training fördert nicht nur unsere Köpfchen, sondern auch unsere Beweglichkeit – besonders für mich, Flocke, ist das wichtig. Ich bin nämlich aufgrund meiner Einschränkung sehr zufrieden damit, einfach herumzuliegen und nichts zu tun. Das ist allerdings nicht so gut für meine Muskulatur, die ohnehin schon sehr schwach ausgeprägt ist, und auch nicht für meine Beweglichkeit. Durch das Training bleibe ich in Bewegung, fühle mich sichtlich wohler und bin über die Zeit stärker, schneller und fitter geworden.
Aber ihr fragt euch sicher, was Ataxie eigentlich genau ist, oder?
Eine Ataxie ist eine neurologische Besonderheit. Sie bedeutet, dass Bewegungen nicht richtig koordiniert werden können. Bei uns kommt das sehr wahrscheinlich daher, dass sich unser Kleinhirn schon vor unserer Geburt nicht vollständig entwickeln konnte, da unsere echte Katzenmama vermutlich eine sogenannte Parvo-Infektion hatte, als sie mit uns trächtig war. Das bedeutet, dass unsere Bewegungen eingeschränkt sind – aber nicht unsere Persönlichkeit, unsere Gefühle oder unsere Lebensfreude. Wir sind ganz normale Katzen, nur eben ein bisschen wackeliger.
Und wie zeigt sich das bei uns im Alltag?
Ich, Flocke, bin körperlich stärker betroffen. Ich schwanke beim Gehen, brauche für viele Dinge mehr Zeit und bewege mich oft in einem typischen Trabgang. Wenn ich schneller werden möchte, beginne ich eher zu hoppeln – fast wie ein kleines Häschen – statt zu rennen. Springen kann ich nicht, weshalb ich im Alltag auf Rampen angewiesen bin. Besonders von höheren Möbeln besteht für mich Sturzgefahr. Leider bin ich auch schon ein paar Mal gefallen, weshalb meine Familie immer darauf achtet, dass alles gut gesichert oder gepolstert ist.
Beim Essen bin ich eine richtige Genießerin. Ich schmatze viel und schlabbere oft noch in der Luft weiter, auch wenn der Napf schon leer ist. Das liegt zum einen daran, dass ich gerne esse, zum anderen aber auch daran, dass ich meine Bewegungen schlechter steuern kann und manchmal etwas Zeit brauche, um das Schmatzen und Schlabbern zu beenden. Außerdem verschlucke ich mich öfter, was unseren Menschen schon das ein oder andere Mal einen ordentlichen Schrecken eingejagt hat. Aber keine Sorge: Ich bin schon groß und bekomme das immer wieder gut selbst in den Griff.
Das Putzen, Pflegen und Sich-sauber-halten fällt mir ebenfalls schwer. Ich putze eigentlich nur meinen Schwanz und meine Vorderpfoten – und das war’s dann auch schon. Dann müssen Mama oder Papa ran und mir bei der Fellpflege helfen. Erst werde ich gebürstet und anschließend mit einem leicht angefeuchteten Waschlappen am Fell, an den Pfoten und am Popo sauber gemacht. Das mag ich so gern, dass ich dabei nicht nur schnurre, sondern manchmal sogar selbst anfange, mich zu putzen.
Manchmal passiert es, dass ich im Schlaf ein wenig Pipi mache – meist ist es wirklich nur sehr wenig, und das stört unsere Familie auch nicht weiter. Dann wird das Bett eben frisch bezogen. In ganz seltenen Fällen schaffe ich es auch mal nicht rechtzeitig bis zum Katzenklo. Dann kann es passieren, dass ich auf dem Weg dorthin Pipi oder Kaka machen muss. Außerdem brauche ich ein Katzenklo mit niedrigem Einstieg. Wenn ich im Katzenklo stehe, kann es vorkommen, dass ich versehentlich meinen Po etwas zu weit hinausstrecke und dann doch alles draußen landet. Ich kann eben Entfernungen und Positionen einfach nicht richtig einschätzen. Uppsii! Außerdem ist das Drehen und Wenden im Katzenklo auf dem unebenen Katzenstreu auch wirklich nicht einfach. Da kann es schon mal passieren, dass man auf dem Weg nach draußen in frisches Pipi oder Kaka hineintritt oder sogar hineinfällt und dann ein bisschen davon in der Wohnung verteilt. Zum Glück passiert das eher selten – und unsere Menschen nehmen das alles ganz gelassen.
Ich, Nala, bin motorisch fast so fit wie eine gesunde Katze. Manchmal zeigt sich meine Ataxie nur durch eine leichte Unsicherheit in der Hüfte, wenn diese kurz nach links oder rechts wegknickt. Meine Herausforderungen liegen eher im körperlichen Bereich. Ich habe Probleme mit den Analdrüsen, die etwa einmal im Jahr vom Tierarzt entleert werden müssen. Außerdem bekomme ich schneller Durchfall. Deshalb ist hochwertiges, qualitatives Futter für mich besonders wichtig, und unsere Menschen bleiben bewusst bei einer gut verträglichen Futtersorte.
Außerdem sind wir beide etwas anfällig für laufende Nasen. Darum bekommen wir täglich Vitaminkuren und Zusätze wie zum Beispiel Nachtkerzenöl, die unser Immun- und Verdauungssystem unterstützen sollen.
Wenn wir beim Spielen sehr aufgeregt sind und uns richtig freuen, zeigen wir manchmal einen kleinen Wackelkopf. Das gehört einfach zu uns. Wir sind beide eher klein geblieben, sehen noch immer jugendlich aus und wirken manchmal fast wie Katzenkinder, obwohl wir längst erwachsen sind.
Heute leben wir in einer 107 Quadratmeter großen Wohnung mit einer großen und natürlich (!) gesicherten Dachterrasse. Uns geht es hier sehr gut. Wir fühlen uns sicher, geborgen und geliebt. Da wir aufgrund unserer Behinderung Wohnungskatzen sind, brauchen wir genügend Platz, Beschäftigung und Bewegung – und die bekommen wir auch. Mit Spielen, Training, Nähe, Geduld und ganz viel Liebe. Draußen wäre es einfach zu gefährlich für uns!
Wenn Besuch kommt, sind wir zunächst noch etwas zurückhaltend, aber nach kurzer Zeit holen wir uns dann doch unsere Streicheleinheiten beim Besuch ab. Inzwischen sind wir beide echte Schmusekatzen geworden. Wir genießen Körperkontakt, gemeinsames Spielen und ruhige Momente sehr. Wir sind wahnsinnig ruhige Katzen, machen nichts kaputt, mauzen nicht viel und sind einfach zufrieden. Ein bisschen sind wir wie Rentner – nur in einem jugendlichen Körper. Eigentlich sind wir die perfekten Wohnungskatzen!
Unser Fazit:
Wir sind vielleicht ein bisschen wackelig.
Wir brauchen vielleicht etwas mehr Rücksicht.
Aber wir geben dafür unendlich viel Liebe zurück.
Danke, dass man uns gesehen hat – nicht nur unsere Einschränkungen, sondern uns als das, was wir sind: zwei ganz normale Katzen.
Mit lieben Wackelgrüßlein
Nala & Flocke
